Richtige Prognosen können zu schlechten Ergebnissen führen

Heute habe ich in der Süddeutschen Zeitung die Überschrift gelesen „“Solarzellen boomen, die Hersteller leiden“ (9.09.11 Seite 23)

Das ist deswegen so interessant, weil insbesondere nach dem Japan-GAU viele Anleger auf Solaraktien setzten. Mit dem Argument, dass Atomenergie jetzt zunehmend von Solarenergie erstetzt wird. Diese Prognose war richtig, wie wir heute wissen. Dennoch haben Anleger, die auf Solar setzten, viel Geld verloren. Eben weil es den Herstellern, trotz des Solar-Booms, nicht besonders gut geht. Es gibt nämlich einen fast ruinösen Preisverfall in der Branche. Ein interessantes Beispiel, wie man trotz einer richtigen Prognose Geld verlieren kann.

Inflation oder Staatsbankrott ist nicht notwendig

Ich habe letzten Herbst Prof. Kenneth Rogoff in einem Vortrag erlebt. Prof. Rogoff hat sich Finanzkrisen der letzten 800 Jahre beschäftigt. Das eigentlich Erstaunliche dabei ist, wie optimistisch Prof. Rogoff für die aktuelle Situation ist.

In diesem Zusammenhant halte ich auch interessant, wie sich Staaten in der Vergangenheit entschuldet haben. Von den 32 Entschuldungsphasen seit 1930 kamen

  • acht durch Inflation zustande
  • sieben durch Staatspleiten
  • sechzehn durch Sparmaßnahmen (!!!) und
  • eine durch starkes Wirtschaftswachstum.

Ja, wir haben aktuell Staatschuldenkrisen infolge der Finanzkrise. Aber es besteht keine Notwendigkeit, dass das entweder in eine Hyperinflation oder in Staatsbankrotte mündet. Das sind denkbare Szenarien, aber keine unbedingt notwendigen – wie die Geschichte zeigt.

Beispiel einer Anlageberatung

Falsche Geldtheorie ist gefährlich

Bis zu einem gewissen Grade ist Geld der Sprache ähnlich. Wir lernen als Kinder zu sprechen, sprechen unser Leben lang ohne groß über das Wesen der Sprache nachzudenken. Sobald wir aber damit beginnen, über Sprache nachzudenken wird das Ganze verwirrend und es erscheint fast ein Wunder, dass wir mittels Sprache kommunizieren können.

Auch die Verwendung von Geld lernen wir von klein auf. Und wir verwenden Geld vollkommen selbstverständlich – bis wir damit anfangen, uns Gedanken über das Wesen des Geldes zu machen. Sobald wir über etwas so Alltägliches wie die Verwendung von Geld nachzudenken, werden die Dinge plötzlich verwirrend und subtil. Mit einem Male erscheint einem die Verwendung von Geld seltsam, direkt erstaunlich.

Ein Unterschied besteht jedoch zwischen Geld und Sprache. Wer seine Gedanken mit bezug auf die Sprache verwirrr und hier krude Theorien entwickelt, fängt im schlimmsten Fall an zu stottern. Verwirrende Gedanken jedoch oder falsche Ideologien mit bezug aufs Geld, können richtigen Schaden anrichten.

Das kann man sehr gut beispielsweise sehen, wenn man das hervorragende Buch von Liaquad Ahamed liest: Die Herren des Geldes: Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben. Ahamed beschreibt hier sehr gut, wie das ideologische Festhalten der in den 1920er Jahren wichtigen Zentralbanker an dem Goldstandard wesentlich zur wirtschaftlichen Misere im 20. Jahrhundert beigetragen hat.

Aber auch auf privater Ebene kann ein falsches Denken übers Geld zu großen Desastern führen. Siehe dazu meinen Beitrag über den „Goldhamster„.

Nachfolgender Beitrag bezieht sich auf einen Kommentar des Lesers TÜLAI zu meinem letzten Artikel „Geld und Kredit„  …

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Geld und Kredit

Der Leser TÜLAI hat in seinem letzten Kommentar Fragen zur Geldtheorie gestellt. Insbesondere fragt er nach der anfänglichen Geldschöpfung.  TÜLAI fragt mich ferner, was meine Meinung zum sog. Debetismus ist und wie ich das Verhältnis von Geld und Kredit sehe. Nachfolgend sage ich ein paar Dinge zur Funktionsweise von Geld sowie dessen zentrale Voraussetzung, nämlich dem Vertrauen (Kredit) …

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12 Mrd USD Gewinn dank Bankenrettung

Heute habe ich in der Süddeutschen Zeitung den Artikel „USA verdienen an Bankenrettung“ gelesen (1. Dez. 2010, S. 19). Darin heißt es, dass der US-Staat bislang etwa 12 Milliarden USD an der Bankenrettung verdient hat. Die Citigroup ist noch dabei, vollständg reprivatisiert zu werden. Alleine hier sind wahrscheinlich noch weitere 7 Mrd USD Gewinn für den US-Staat drin.

Das ist deswegen so bemerkentswert, weil ja die breite Öffentlichkeit der Meinung ist, dass der Steuerzahler stark für die Bankenrettung bluten musste. Die Bankenrettung selbst wird dem Staat tatsächlich weit weniger kosten, als die meisten befürchtet haben.

Dennoch ist der Staat natürlich durch die Finanzkrise belastet. Aber eben anders als die meisten denken. Belastet wird der Staat vor allem dadurch, dass infolge der Bankenkrise es auch zu einer Wirtschaftskrise kam und es für die Staaten somit weniger Steuereinnahmen in dern Jahren 2008 bis 2010 gab. Hier liegen die eigentlichen Kosten der Bankenkrise, nicht so sehr in der Tatsache, dass Milliardenbeträge aufgewendet wurden, um die Banken zu retten. Diese Milliardenbeträge fließen ja auch wieder zurück.

WeltOnline: Risiken von Gold und Immobilien werden unterschätzt

Eben bei WeltOnline gefunden: Deutsche verkennen Risiken bei Immobilien und Gold.

Gold ist mit erheblichen Kursänderungsrisiken verbunden. Was so steigt, wie in den letzten Monaten geschehen, kann auch ebenso schnell wieder fallen. Hinterher werden dann wieder einmal alle ganz schlau sein und davon sprechen, dass es doch klar war, dass wir in 2010 eine Gold-Blase erlebten.

Bei Immobilien weist der Welt-Artikel sehr richtig darauf hin, dass wir in Deutschland ja ein demografisches Problem haben. Wir werden weniger hier in Deutschland. Also werden wir auch weniger Wohnraum brauchen. Das sollte man in jedem Fall bedenken, wenn man über Immobilie als Geldanlage nachdenkt.

Das Problem derzeit ist, dass viele Leute sich auf Gold oder Immobilien nicht aus rationalen Erwägungen heraus stürzen, sondern aus sehr emotionalen Gründen: Zumeist Angst und Verunsicherung in Folge der Finanzkrise. Es ist aber gefährlich seine Anlageentscheidugen in erster Linie aufgrund solcher Emotionen zu treffen.

Pizzeria in Detmold

Übrigens: für jeden, der es wissen möchte. Meine Schwägerin hat eine Pizzeria in Detmold mit Heimservice/Lieferserive. Ich kann ehrlich sagen, dass die Pizzen, die ich dort gegessen habe, zu den besten gehören, die ich je gegessen habe.

Kann die Quirin Bank Staatsanleihen-ETFs empfehlen?

Ich habe gestern ein Interview im Handelsblatt gelesen. Interviewt wurde Christian Kreuser von der Quirin Bank (Link dorthin). Christian Kreuser wurde unter anderem die Frage gestellt, ob die Quirin Bank ETFs empfiehlt. Ich habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass ich das Gebührenmodell der Quirin Bank für recht teuer halte.

Die Quirin Bank hat ja verschiedene Gebührenmodelle (Siehe die Quirin Bank-Homepage). Das Preismodell 2 für die Depotberatung sieht so aus: jährlich 1,65% bezogen auf das betreute Vermögen, mindestens jedoch 1.400 Euro im Jahr (Stand Oktober 2010).

Nehmen wir nun einmal an, eine Kundin A geht zur Quirin Bank und wählt dieses Preismodell für sich. Nehmen wir weiter an, dass die Dame meint, dass Deutsche-Staatsanleihen-ETFs für sie gerade geeignet sind. Und sie ruft mit dieser Idee ihren Quirin-Bank-Berater an. Ich gehe einmal davon aus, dass ein Staatsanleihen-ETF tatsächlich zu ihrer Anlagestrategie passen würde.

Mich würde interessieren, ob der Quirin-Bank-Berater ihr folgende Rechnung aufmacht:

Die Rendite von deutschen Staatsanleihen liegt derzeit bei etwa 2,5% (eher weniger).

Diese Rendite ist zu versteuern. Das heißt bei einem Steuersatz von 28%, dass nach Steuern Frau A noch 1,80% bleiben. Davon muss das Honorar der Quirin Bank in Höhe von 1,65% abgezogen werden, so dass für Frau A am Ende nur ca. 0,15% bleiben.

Wenn das tatsächlich so ist, denke ich, sollte der Quirin Bank-Berater korrekterweise zu Frau A sagen: „OK, Sie wollen einen ETF mit deutschen Staatsanleihen erwerben. Ich sehe keine prinzipiellen Einwände in Ihrem Fall dagegen. Nur: Wenn Sie das machen wollen, muss ich Ihnen raten, das nicht bei der Quirin Bank zu machen. Denn wegen des Beratungshonorars von 1,65% werden Ihnen bei uns nur etwa 0,15% unterm Strich verbleiben. Ich rate Ihnen: Machen Sie es besser bei der X-Bank. Dort wird Ihnen unterm Strich (nach Depotfrühungsgebühr etc.) deutlich mehr bleiben.“

Mich würde es interessieren, ob so tatsächlich bei der Quirin Bank beraten wird. So wäre es jedenfalls tatsächlich im Sinne der Kunden.

Aktuelles zum Geldmengenwachstum

Heute habe ich auf Seite 24 der Süddetuschen Zeitung gelesen, dass die Geschäftsbanken an die EZB in den vergangenen Wochen 255 Mrd Euro an Krediten getilgt haben. Neu aufgenommen wurden nur 133 Mrd Euro. Das bedeutet, dass die EZB ihren Anteil an der Geldmenge heruntergefahren hat. So beginnt die EZB ihre seit der Krise lockere Geldpolitik wieder etwas einzuschränken. Das mindert die Inflationsgefahr.

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