Sicher ein großes Problem. Was die Entwicklung der Immobilienpreise angeht: Da scheint es zumindest auch eine gegenläufige Entwicklung zu geben – nämlich, dass zwar die Einwohnerzahl abnimmt, dafür aber der Wohnraum je Einwohner zunimmt. Also: weniger Menschen, aber trotzdem gleicher oder sogar etwas größerer Bedarf an Wohnraum. Fraglich ist natürlich, inwieweit sich ein solcher Trend über Jahrzehnte fortschreiben lässt. Und persönlich frage ich mich immer, ob die demographische Entwicklung nicht jetzt schon in irgendeiner Form von den Immobilienpreisen reflektiert wird. Oder traue ich dem Markt da zu viel zu?
Das ist ein beliebtes Argument von Leuten, die auf Immobilien als Geldanlage schwören: Die Menschen werden zwar weniger, beanspruchen aber mehr Wohnraum für sich. Mir kommt dieses Argument sehr dürftig vor. Ich habe das Gefühl, dass sich da Leute an einen sehr mikrigen Strohhalm festhalten.
Fakt ist, dass man das Gemeinde-Sterben bereits heute beobachten kann. Nämlich in Ost-Deutschland. Es kommen hier übrigens ganz schnell technische Probleme. Beispielsweise müssen öffentliche Abflussrohre eine gewisse Mindestmenge an ständigen Ablauf haben, damit sie sinnvoll betrieben werden können. Auch Straßen und andere Infrastruktur lohnt sich nur dann, aufrecht erhalten zu werden, wenn eine gewisse Anzahl von Menschen in der Region wohnt. Also einfach zu sagen: „Hier haben wir eine Kleinstadt von derzeit 50.000 Einwohnern. Und in 60 Jahren werden dort vielleicht nur noch 25.000 Menschen leben, die dann eben doppelt so viel Platz haben, als die Menschen heute“ funktioniert schlicht nicht aus Gründen der Infrastrutkur.
Solche langfristigen demographischen Entwicklungen sind äußerst komplex, da verschiedene Einflussfaktoren zusammenkommen. Neben der absolut sinkenden Bevölkerungszahl ist das vor allem die Verlagerung von Bevölkerung (diese Effekte spüren seit Jahren viele ostdeutsche Gemeinden). Als Reaktion darauf werden dann unter Umständen auch ganze Straßenzüge oder Stadtviertel aufgegeben.
Es gibt allerdings auch Trends, die dem Rückgang der Bevölkerungszahl entgegen wirken, allen voran die Invidualisierung, die dazu führt, dass es immer mehr Haushalte gibt. Immer mehr Haushalte, in denen immer häufiger nur eine Person wohnt, führen natürlich zu ganz anderen Nachfragemustern auf dem Immobilienmarkt.
Vor diesem Hintergrund würde ich es als sinnvoll einschätzen, in kleinere Wohnungen (2-3 Zimmer) zu investieren. Denn hier dürfte die Nachfrage (besonders in wirtschaftlich starken Regionen) auch langfristig hoch bleiben, wenn nicht sogar noch weiter steigen.
Dass die Bevölkerungszahl in Deutschland sinken wird, ist eine an Sicherheit grenzende Gewissheit. Ich gebe Ihnen auch recht, dass es -bislang- einen Trend zu kleineren Wohneinheiten gab. Ob dieser Trend sich auch noch über die nächsten Dekaden hin weiter fortsetzen wird, das kann sein – muss aber nicht. Es könnte z.B. auch aus irgendwelchen Gründen zu gegenläufigen Entwicklungen kommen, vielleicht wieder hin zur Großfamilie oder zu Wohngemeinschaften. Vielleicht sogar aus wirtschaftlichen oder aus praktischen Gründen? Niemand von uns besitzt eine Glaskugel. Und es ist sehr, sehr gefährlich einen bestehenden Trend einfach so in die Zukunft verlängern zu wollen (1910 gab es beispielsweise einen Trend zu immer mehr Pferden, der dann ab den 1920er Jahren einen starken Knick bekam. Oder bis in die 1960er Jahre gab es einen Trend zu vielen Kindern. Oder von 1996 bis 2006 sind US-Immobilien jedes Jahr um etwa 10% wertvoller geworden). Insofern halte ich Ihre Einschätzung, dass kleinere Wohnungen in Zukunft besser gehen werden als große, für eine gewagte Spekulation.
Man weiß nicht, ob in Zukunft eher große oder kleine Wohnungen besser gefragt sind.
Aufgrund der Globalisierung und der Arbeitsmarktdynamik könnte davon ausgegangenen werden, dass der Trend zu Großfamilien sich eher schwieriger gestaltet. Großfamilien würden dann wahrscheinlich eher in Häusern am Stadtrand wohnen. Im Stadtzentrum sind Wohnungen/Häuser für Großfamilien aus Kostengründen kaum erwerbbar, da die Preise pro qm wesentlich höher sind.
Was man vielleicht sicher sagen kann: Ca. 2060 werden ca. 65 Mio. Menschen in Deutschland sein. Und diese Leute müssen irgendwo leben…….
Danke für den Kommentar. Das mit den Trends ist immer so eine Sache. Ich habe heute mit meiner Frau in einem sehr schönen kleinen Obstladen eingekauft. Dieser Laden läuft offensichtlich sehr gut. Jetzt denken wir mal 20 Jahre zurück. Damals hieß es, dass solche kleine Läden keine Zukunft mehr haben und alle auf kurz oder lang aussterben werden (erinnern Sie sich noch?). Das war damals ein klarer Trend: weg von kleinen „Tante-Emma-Läden“, hin zu Supermärkten. Und heute schon stimmt dieser Trend nicht mehr.
Das stimmt so leider nicht ganz.
Ein Trend ist ja keine vorhersagung die keinen spielraum zuläst, ganz im gegenteil. Bei einer einschätzung legt ein Trend viel mehr die richtung fest und wenn wir dein Beispiel vergleichen so stimmt der Trend welcher in denn end 80 und 90 Jahren angekündigt wurde sogar sehr genau. Schauen wir uns doch einfach die Dichter der „Tante-Emma-Läden“ in den 80er Jahren an und im vergleich die von diesem oder letztem Jahr. Hierbei wird klar das es bis auf einige ausnahmen welche sich aber in der regel spezialisiert haben (z.B. Obst u. Gemüse, oder Feinkost) kaum bis garkeine von diesen klein Läden mehr gibt. Ausserdem kann man einen Trend nicht mit ausnahmen wiederlegen da diese immer eintreffen können ob Wirtschaftlich oder nicht spielt ja erstmal keine rolle.
Ob ein Trend wirklich ein Trend war, sieht man immer nur im Nachhinein. Es gibt tausende von Beispielen, bei denen Leute von einem „klaren Trend“ gesprochen haben, worüber wir heute nur noch lachen könnten.
Hier ein paar Beispiele:
In den 1960er Jahren war ein klarer Trend hin zu gut durchgeplanten Wohnsiedlungen (Plattenbau etc.). Damals gab es Leute, die glaubten, dass das immer so weitergehen würde, weil das die „rationale Form des Wohnens“ sei und dass nach und nach die historisch gewachsenen Staädte und Stadtteile verschwinden würden. Heute wissen wir, dass das ein krasse Fehleinschätzung war. Heute will niemand mehr Betonwüsten. Dieser „Trend“ damals hat sich als vorübergehend erwiesen.
Um das Jahr 2000 herum gab es Leute, die von einem klaren Trend hin zum Bezahlfernsehen (Premiere) sprachen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Heute wissen wir, dass das im Prinzip gescheitert ist.
Und nun zu den Tante-Emma-Läden. Sie haben selbst erwähnt, dass es kleine Läden gibt, die z.B. auf Obst & Gemüse spezialisiert sind. Wer hätte das vor 30 Jahren vorhergesagt? Der „Trend“ war klar hin zum Supermarkt oder zu großen Einkaufszentren. Eigentlich sind doch solch kleinen Obst&Gemüse-Läden, die es heute (immer noch oder wieder verstärkt) gibt eine klare Widerlegung dieses vermeintlichen Trends. Die Dinge sind halt nicht so einfach.
Noch ein Beispiel: Vor nicht all zu langer Zeit glaubten sehr viele, dass die Zukunft in Europa vor allem den Iren gehören würde. Es gab Berichte, dass die Iren schon mehr verdienen würden als Deutsche, dass überhaupt in Irland viele Dinge viel besser laufen würden. Detuschland galt damals als „Schlusslicht Europas“. Da gab es einen vermeintlichen Trend „weg von Deutschland, hin zu Irland“. Und was haben wir jetzt? Es ist alles anders gekommen als erwartet. Der damals ausgemachte „Trend“ hat sich als Irrtum erwiesen.
Sicher ein großes Problem. Was die Entwicklung der Immobilienpreise angeht: Da scheint es zumindest auch eine gegenläufige Entwicklung zu geben – nämlich, dass zwar die Einwohnerzahl abnimmt, dafür aber der Wohnraum je Einwohner zunimmt. Also: weniger Menschen, aber trotzdem gleicher oder sogar etwas größerer Bedarf an Wohnraum. Fraglich ist natürlich, inwieweit sich ein solcher Trend über Jahrzehnte fortschreiben lässt. Und persönlich frage ich mich immer, ob die demographische Entwicklung nicht jetzt schon in irgendeiner Form von den Immobilienpreisen reflektiert wird. Oder traue ich dem Markt da zu viel zu?
Das ist ein beliebtes Argument von Leuten, die auf Immobilien als Geldanlage schwören: Die Menschen werden zwar weniger, beanspruchen aber mehr Wohnraum für sich. Mir kommt dieses Argument sehr dürftig vor. Ich habe das Gefühl, dass sich da Leute an einen sehr mikrigen Strohhalm festhalten.
Fakt ist, dass man das Gemeinde-Sterben bereits heute beobachten kann. Nämlich in Ost-Deutschland. Es kommen hier übrigens ganz schnell technische Probleme. Beispielsweise müssen öffentliche Abflussrohre eine gewisse Mindestmenge an ständigen Ablauf haben, damit sie sinnvoll betrieben werden können. Auch Straßen und andere Infrastruktur lohnt sich nur dann, aufrecht erhalten zu werden, wenn eine gewisse Anzahl von Menschen in der Region wohnt. Also einfach zu sagen: „Hier haben wir eine Kleinstadt von derzeit 50.000 Einwohnern. Und in 60 Jahren werden dort vielleicht nur noch 25.000 Menschen leben, die dann eben doppelt so viel Platz haben, als die Menschen heute“ funktioniert schlicht nicht aus Gründen der Infrastrutkur.
Solche langfristigen demographischen Entwicklungen sind äußerst komplex, da verschiedene Einflussfaktoren zusammenkommen. Neben der absolut sinkenden Bevölkerungszahl ist das vor allem die Verlagerung von Bevölkerung (diese Effekte spüren seit Jahren viele ostdeutsche Gemeinden). Als Reaktion darauf werden dann unter Umständen auch ganze Straßenzüge oder Stadtviertel aufgegeben.
Es gibt allerdings auch Trends, die dem Rückgang der Bevölkerungszahl entgegen wirken, allen voran die Invidualisierung, die dazu führt, dass es immer mehr Haushalte gibt. Immer mehr Haushalte, in denen immer häufiger nur eine Person wohnt, führen natürlich zu ganz anderen Nachfragemustern auf dem Immobilienmarkt.
Vor diesem Hintergrund würde ich es als sinnvoll einschätzen, in kleinere Wohnungen (2-3 Zimmer) zu investieren. Denn hier dürfte die Nachfrage (besonders in wirtschaftlich starken Regionen) auch langfristig hoch bleiben, wenn nicht sogar noch weiter steigen.
Dass die Bevölkerungszahl in Deutschland sinken wird, ist eine an Sicherheit grenzende Gewissheit. Ich gebe Ihnen auch recht, dass es -bislang- einen Trend zu kleineren Wohneinheiten gab. Ob dieser Trend sich auch noch über die nächsten Dekaden hin weiter fortsetzen wird, das kann sein – muss aber nicht. Es könnte z.B. auch aus irgendwelchen Gründen zu gegenläufigen Entwicklungen kommen, vielleicht wieder hin zur Großfamilie oder zu Wohngemeinschaften. Vielleicht sogar aus wirtschaftlichen oder aus praktischen Gründen? Niemand von uns besitzt eine Glaskugel. Und es ist sehr, sehr gefährlich einen bestehenden Trend einfach so in die Zukunft verlängern zu wollen (1910 gab es beispielsweise einen Trend zu immer mehr Pferden, der dann ab den 1920er Jahren einen starken Knick bekam. Oder bis in die 1960er Jahre gab es einen Trend zu vielen Kindern. Oder von 1996 bis 2006 sind US-Immobilien jedes Jahr um etwa 10% wertvoller geworden). Insofern halte ich Ihre Einschätzung, dass kleinere Wohnungen in Zukunft besser gehen werden als große, für eine gewagte Spekulation.
Man weiß nicht, ob in Zukunft eher große oder kleine Wohnungen besser gefragt sind.
Aufgrund der Globalisierung und der Arbeitsmarktdynamik könnte davon ausgegangenen werden, dass der Trend zu Großfamilien sich eher schwieriger gestaltet. Großfamilien würden dann wahrscheinlich eher in Häusern am Stadtrand wohnen. Im Stadtzentrum sind Wohnungen/Häuser für Großfamilien aus Kostengründen kaum erwerbbar, da die Preise pro qm wesentlich höher sind.
Was man vielleicht sicher sagen kann: Ca. 2060 werden ca. 65 Mio. Menschen in Deutschland sein. Und diese Leute müssen irgendwo leben…….
Danke für den Kommentar. Das mit den Trends ist immer so eine Sache. Ich habe heute mit meiner Frau in einem sehr schönen kleinen Obstladen eingekauft. Dieser Laden läuft offensichtlich sehr gut. Jetzt denken wir mal 20 Jahre zurück. Damals hieß es, dass solche kleine Läden keine Zukunft mehr haben und alle auf kurz oder lang aussterben werden (erinnern Sie sich noch?). Das war damals ein klarer Trend: weg von kleinen „Tante-Emma-Läden“, hin zu Supermärkten. Und heute schon stimmt dieser Trend nicht mehr.
Das stimmt so leider nicht ganz.
Ein Trend ist ja keine vorhersagung die keinen spielraum zuläst, ganz im gegenteil. Bei einer einschätzung legt ein Trend viel mehr die richtung fest und wenn wir dein Beispiel vergleichen so stimmt der Trend welcher in denn end 80 und 90 Jahren angekündigt wurde sogar sehr genau. Schauen wir uns doch einfach die Dichter der „Tante-Emma-Läden“ in den 80er Jahren an und im vergleich die von diesem oder letztem Jahr. Hierbei wird klar das es bis auf einige ausnahmen welche sich aber in der regel spezialisiert haben (z.B. Obst u. Gemüse, oder Feinkost) kaum bis garkeine von diesen klein Läden mehr gibt. Ausserdem kann man einen Trend nicht mit ausnahmen wiederlegen da diese immer eintreffen können ob Wirtschaftlich oder nicht spielt ja erstmal keine rolle.
Ob ein Trend wirklich ein Trend war, sieht man immer nur im Nachhinein. Es gibt tausende von Beispielen, bei denen Leute von einem „klaren Trend“ gesprochen haben, worüber wir heute nur noch lachen könnten.
Hier ein paar Beispiele:
In den 1960er Jahren war ein klarer Trend hin zu gut durchgeplanten Wohnsiedlungen (Plattenbau etc.). Damals gab es Leute, die glaubten, dass das immer so weitergehen würde, weil das die „rationale Form des Wohnens“ sei und dass nach und nach die historisch gewachsenen Staädte und Stadtteile verschwinden würden. Heute wissen wir, dass das ein krasse Fehleinschätzung war. Heute will niemand mehr Betonwüsten. Dieser „Trend“ damals hat sich als vorübergehend erwiesen.
Um das Jahr 2000 herum gab es Leute, die von einem klaren Trend hin zum Bezahlfernsehen (Premiere) sprachen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Heute wissen wir, dass das im Prinzip gescheitert ist.
Und nun zu den Tante-Emma-Läden. Sie haben selbst erwähnt, dass es kleine Läden gibt, die z.B. auf Obst & Gemüse spezialisiert sind. Wer hätte das vor 30 Jahren vorhergesagt? Der „Trend“ war klar hin zum Supermarkt oder zu großen Einkaufszentren. Eigentlich sind doch solch kleinen Obst&Gemüse-Läden, die es heute (immer noch oder wieder verstärkt) gibt eine klare Widerlegung dieses vermeintlichen Trends. Die Dinge sind halt nicht so einfach.
Noch ein Beispiel: Vor nicht all zu langer Zeit glaubten sehr viele, dass die Zukunft in Europa vor allem den Iren gehören würde. Es gab Berichte, dass die Iren schon mehr verdienen würden als Deutsche, dass überhaupt in Irland viele Dinge viel besser laufen würden. Detuschland galt damals als „Schlusslicht Europas“. Da gab es einen vermeintlichen Trend „weg von Deutschland, hin zu Irland“. Und was haben wir jetzt? Es ist alles anders gekommen als erwartet. Der damals ausgemachte „Trend“ hat sich als Irrtum erwiesen.
Etc. etc.