Dieser Artikel ist umgezogen: Englands Geldpolitik im Mittelalter
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Danke für den lehrreichen Bericht aus der Geschichte. Vielleicht kann ich mir ja en passant noch einen Buchtipp abholen: Ich hatte schon länger mal vor, diesen Bestseller „Die Geschichte des Geldes“ von Niall Ferguson zu lesen. Können Sie was dazu sagen, inwiefern das zum Buch von North (oder sogar dem von Holland?) vergleichbar ist? Und welches im Zweifel am empfehlenswertesten ist?
Das Buch von Niall Ferguson ist sehr gut lesbar. Nette unterhaltsame Anekdoten, durch die man einiges über die Geschichte des Geldes, aber auch der Finanzmärkte lernen kann. Er beschreibt sehr gut die Entstehung der ersten Kreditmärkte in Italien, welche Bewandtnis es mit der ersten Aktie der Welt hat (die niederländische Ostindien-Company) und er äußert sich sehr kritisch über die Immobilie als vorgeblich sichere Geldanlage (was sie nicht ist). Dieses Buch ist auch für jede interessant, die behaupten Gold wäre schon immder „das“ Zahlungsmittel gewesen, was nachweislich falsch ist.
Das Buch von Michael North ist etwas schwerfälliger zu lesen, hat wohl auch einen höheren wissenschaftlichen Anspruch. Hier geht es nicht wie bei Ferguson auch um die Kapitalmärkte, sondern wirklich nur ums Geld. Und hier in erster Linie um das Münzgeld ab dem europäischen Mittelalter bis ins industrielle Zeitalter. Hieraus kann man z.B. lernen, dass im frühen 19. Jahrhundert England das -einzige- europäische Land war, das den Goldstandard hatte. Das zweite Land war Deutschland ab 1871. Also auch hier werden all jene blamiert, die Gold schon immer als „die“ Währung schlechthin bezeichnen. Wenn man sich mit der Geschichte des Geldes tatsächlich beschäftigt, muss man feststellen dass Gold als wichtigstes allgemeines Zahlungsmittel nur eine sehr kurze Episode war.
Das Problem beim Thema Geldanlagen/Finanzen ist, dass zu viele Menschen sich berufen fühlen unqualifizierten Quatsch von sich zu geben. Man behauptet einfach mal fröhlich etwas, was man mal so nebenbei irgendwo aufgeschnappt hat (eben z.B. die Sache mit dem Gold), macht sich aber nicht die Mühe nach korrekten Belegen seiner Behauptung zu suchen. Irgendetwas klinkt plausibel, also wird es einfach mal als eigene Überzeugung verkündet, selbst wenn es sehr eindeutige, wissenschaftliche Literatur gibt, die das Gegenteil belegt. Viele beschäftigen sich sicherheitshalber gar nicht mit solcher Literatur, um ja nicht in die Not zu kommen, seine Meinung revidieren zu müssen. Insofern ähnelt das Reden mancher über Finanzen/Geldanlage – entschuldigung – einem haltlosen Esoterik-Gequatsche. Und das gilt leider auch für sogenannte Profis oder manchemal auch den Finanztest (wie beispielsweise die aktuellen Artikel im Finanztest über Investmentfonds).