Geld und Kredit

Der Leser TÜLAI hat in seinem letzten Kommentar Fragen zur Geldtheorie gestellt. Insbesondere fragt er nach der anfänglichen Geldschöpfung.  TÜLAI fragt mich ferner, was meine Meinung zum sog. Debetismus ist und wie ich das Verhältnis von Geld und Kredit sehe. Nachfolgend sage ich ein paar Dinge zur Funktionsweise von Geld sowie dessen zentrale Voraussetzung, nämlich dem Vertrauen (Kredit) …

Den sog. Debetismus verstehe ich zu wenig, als dass ich hierzu irgendwas Vernünftiges sagen könnte.

Drei lehrbuchmäßige Funktionen des Geldes

In den Lehrbüchern kann man nachlesen, dass Geld als allgemeines Zahlungsmittel in einer Volkswirtschaft vor allem drei Funktionen hat:

  1. Geld dient als allgemein akzeptiertes Tauschmittel.
  2. Geld ist ein Wertaufbewahrungsmittel.
  3. Geld dient als quantitative Maßeinheit, um Waren und Dienstleistungen einen Preis zu geben.

 Wenn man sich die Geschichte oder verschiedene Kulturen ansieht, dann wurden alle möglichen Dinge faktisch als Geld verwendet:

  • Getreide,
  • Rinder,
  • Fälle (daher z.B. die kroatische “Kuna”)
  • Zigaretten und Damenstrümpfe (1945/1946)
  • Muscheln
  • Silber (vor allem im europäischen Mittelalter)
  • Gold (Goldstandard in England ab Anfang des 19. Jahrhunderts, in Deutschland ab 1871)
  • Tontafeln (bei den alten Sumerern)
  • Wechsel (bei den Kaufleuten im ausgehenden Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert)
  • Banknoten (entweder von einer zentralen Notenbank emittiert oder von privaten Geschäftsbanken)

Geld beruht urspünglich auf Vertrauen (Kredit)

Meine Meinung ist, dass der Kern des Geldes im “Kredit” besteht. Damit meine ich nicht in erster Linie den Kredit im Sinne von Schulden, die eine Person bei einer anderen hat. Sindern im ursprünglichen lateinischen Wortsinn: Das Wesen des Geldes liegt im Glauben und Vertrauen.

Das sieht man auch exemplarisch sehr gut am Gold. Viele meinen ja, Gold habe “an sich” einen Wert und sei deswegen als Geld von Natur aus geeignet. Fakt ist aber, dass es in der Geschichte Völker gab – z.B. die alten Germanen - die mit Gold gar nichts anzufangen wussten. Ein alter Germane konnte Gold bei seinen Stammesbrüdern nicht als Zahlungsmittel verwenden, weil der Tauschpartner sich nicht sicher sein konnte, selbst wieder dafür etwas eintauschen zu können. Den alten Germanten fehlte die Erfahrung, dass man (römische) Goldmünzen beispielsweise in eine Kuh umtauschen konnte. Wer keine Erfahrung mit einem Zahlungsmittel hat, dem fehlt das Vertrauen dazu und so wird er es ablehnen Vollkommen egal, wie werthaltig es wohl “an sich” sein mag.

Übrigens wird einem dasselbe höchtswahrscheinlich auch heute passieren, wenn man sagen wir mit einem kleinen Goldbarren in einem deutschen Geschäft etwas bezahlen möchte. Man mache einmal den Versuch und gehe mit einem kleinen Goldbarren in ein Computergeschäft, wähle sich ein paar Geräte aus – und an der Kasse versuche man, mit dem Goldbarren zu zahlen. Ich wette, in 99,9% der Fälle wird die nette Dame an der Kasse eine solche Bezahlung ablehnen. Möglicherweise ist der Goldbarren sogar mehr wert als die gesamte Ware. Aber weil die Verkäuferin nicht vertraut mit dieser Art von Zahlungsmittel ist, wird sie dieses Zahlungmittel ablehnen. Sie wird sich zu unsicher sein, ob der Wert des Goldbarren tatsächlich die Rechnung begleichen wird oder ob es sich bei dem Barren möglicherweise nur um eine Fälschung handelt. Ein Goldbarren ist ihr nicht “kreditwürdig”.

Ein anderes Beispiel: Im Jugoslawien der 1980er-Jahre wurden Häuser oder Grundstücke von privat zu privat oft in DM bezahlt, nicht mit den landesüblichen Dinar. Warum? Weil durch sehr hohe Inflation der Dinar in der Bevölkerung an Vertrauenswürdigkeit eingebüßt hat. Besonders bemerkenswert ist aber noch folgende Tatsache: Die DM wurde zwar akzeptiert, nicht aber der holländische Gulden. Und wir wissen ja, dass der holländische Gulden in den 1980er-Jahren mindestens so stabil war wie die DM. Aber nein, die Jugoslawen waren nicht vertraut mit dem Gulden, also wurde er nicht verwendet. Wenn ein Käufer in Gulden bezahlen wollte, so wurde er vom Verkäufer aufgefordert, seine holländischen Gulden erst einmal in DM zu wechseln.

Als Zwischenfazit, denke ich, kann man zweifelsohne festhalten: Ein Gegenstand wird weniger durch seinen inneren Wert zu einem Zahlungsmittel, sondern dadurch, dass eine Gemeinschaft damit als Zahlungsmittel vertraut ist. Vertrautheit bedeutet hier: Es hat sich ein allgemeiner Umgang mit dem Gegensand als Zahlungsmittel in der Gemeinschaft etabliert. Man weiß, was man zu tun hat, man weiß was ein eine bestimmte Menge an Geld bedeutet, man weiß, wie man das erhaltene Geld wieder verwerten kann. Wo all das nicht gegeben ist, nützt ein noch so wertvoller Gegenstand nichts, er wird kein Zahlungsmittel sein.

Neben dieser Art von Vertrautheit spielt natürlich auch eine andere Art von Vertrauen beim Geld eine Rolle. Nämlich dass die Verwendbarkeit als allgemeines Zahlungsmittel auch noch in der Zukunft gegeben sein wird. Dieser Aspekt wird gerne als Funktion des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel bezeichnet. Meiner Meinung nach, ist es nicht so sehr der Aspekt der Wertaufbewahrung, als vielmehr die Verwendbarkeit als Geld in der Zukunft. Bzw. das Vertrauen darauf, dass eine bestimmte Art von Geld auch in der Zukunft als Geld verwendbar ist.

Wer befürchtet, dass das heutig gültige Geld, in ein paar Monaten nicht mehr als Zahlungsmittel verwendbar ist, der wird tunlichst die Finger von solchem Geld lassen. Hierfür sind Wechsel gute Beispiele. Wechsel wurden, wie gesagt, unter Kaufleuten als Zahlungsmittel verwendet. Das ging so lange, wie der Kaufmann, auf den ein Wechsel letztlich ausgestellt war, zahlungsfähig war. Wenn ein solcher Kaufmann bankrott machte, waren sofort auch dessen Wechsel nicht mehr als Zahlungsmittel verwendbar. Das waren sie schon dann nicht mehr, wenn Gerüchte kursierten, dass der Kaufmann kurz vor dem Aus steht.

Der Aspekt des Werterhalts ist eigentlich für die Funktionsweise von Geld untergeordnet

Dasselbe gilt für Banknoten. Im 19. Jahrhundert war es gang und gäbe, dass einfache, kleine Geschäftsbanken ihre eigenen US-Dollar-Noten druckten und unter die Leute brachten. Auf diesen Dollar-Noten war die ausgebende Bank vermerkt. Kam diese Bank aber in den Anschein bankrott zu gehen, konnten diese Dollar-Scheine nicht mehr als Zahlungsmittel verwendet werden. Man würde das so ausdrücken: “Diese Dollar-Noten wurden wertlos.”

Das eigentliche Problem hier war aber nicht, die Wertlosigkeit der Scheine. Denn möglicherweise war die Bank gar nicht bankrott und man konnte sie noch ohne weiteres bei der Bank umtauschen. Das eigentliche Problem war, dass die Bevölkerung das Vertrauen zu diesem Geld verloren hat, künftig als Zahlungsmittel verwendbar zu sein.

Übrigens ist eine Form des Geldes auch denkbar, bei der zwar der Wert des Geldes nach und nach sinkt, dennoch aber die Verwendbarkeit als Zahlungsmittel bestehen bleibt. Das ist fast immer bei sogenannten Regiogeldern der Fall (wei beispielsweise den sog. “Chiemgauer“). Hier gibt es in der Regel einen Negativzins, der bewirkt, dass ein solches Regionalgeld nach und nach weniger wert ist. Ein solcher sukzessiver Wertverlust dieses Geldes ist aber pardoxerweise der Funktion des Geldes nicht abträglich, sondern sogar zuträglich. Ein solches sich entwertendes Geld zikuliert nämlich typischerweise dadurch schneller.

Beleiben wir noch ein wenig bei diesem Regionalgeld. Ein solches Regiogeld kann nur zu einem Erfolg werden, wenn möglichst viele lokale Geschäftsleute mitmachen. Das bedeutet, dass möglichst viele Geschäftsleute dieses Geld als Zahlungsmittel annehmen, so dass die Leute darauf vertrauen können, damit einkaufen zu gehen. Man hat beispielsweise ein paar “Chiemgauer” in der Tasche und weiß, was man damit anfangen kann.

Das Gesagte möchte ich so zusammenfassen:

  • Der Werterhalt des Geldes ist für seine Funktion als Zahlungsmittel von untergeordneter Rolle.
  • Viel wichtiger ist, dass die Bevölkerung mit einer bestimmten Art von Geld als Zahlungsmittel vertraut ist.
  • Zu diesem Vertrauen gehört auch der Glaube daran, dass dieses Geld in näherer Zukunft als Zahlungsmittel verwendbar ist. Geld, bei dem dieses Vertrauen abhanden kommt, verliert quasi sofort seine Funtion als Zahlungsmittel, selbst dann, wenn es an sich noch werthaltig ist.

Nun meine Antwort auf TÜLAIs Frage: Wie sieht die anfängliche Geldschöpfung aus?

Die anfängliche Geldschöpfung im eigentlichen Sinne findet meiner Meinung nach statt, indem eine Bevölkerung Vertrauen zu einer bestimmten Art von Geld als Zahlungsmittel gefunden hat.  Interessanterweise spielt an dieser Stelle der Begriff von Schulden gar keine Rolle. Schulden – in einer Geldwärhung ausgedrückt – können logischerweise nur dann gemacht werden, wenn Geld überhaupt schon etabliert ist.

Wirtschaftliche Geldtheorien setzen voraus, dass Geld schon da ist

Die Geldtheorien oder volkswirtschaftlichen Ideen zur Geldpolitik  setzen immer schon voraus, dass Geld im ursprüunglichen Sinne schon existiert. Diese wirtschaftlichen Theorien beschäftigen sich dann damit, wie die Geldmenge Einfluss auf den Erfolg einer Volkswirtschaft hat und wie die Geldmenge erhöht oder vermindert werden kann. Wie gesagt, Geld überhaupt muss aber dann schon etabliert sein, bzw. die Bevölkerung muss bereits zu irgendeiner Form von Geld Vertrauen gefunden haben. Wäre diese nicht der Fall, könnte eine Zentralbank machen was sie will, ihr Tun wäre komplett sinnlos (Was sollte eine Zentralbank beispielsweise in der Steinzeit sein?)

Ein wesentlicher Punkt bei jeder wirtschaftlichen Geldtheorie ist die Tätigkeit der Banken (noch vor der der Zentralbank). Denn Banken haben die ersauntliche Fähigkeit, etabliertes Geld zu vermehren. Und das erscheint vielen wie durch Zauber. Nehmen wir als Beispiel einmal die Nachkriegszeit an, während der Zigaretten eine gängige Währung war.

Damals wäre es denkbar gewesen, dass eine Person A, die vielleicht über einen besonders sicheren Tresor verfügte, es als Dienstleistung anbietet, dass sie für andere Personen deren Zigaretten einlagert. Nehmen wir an, dass Person A 100 Kunden hat. Und unter diesen Kunden ist A als zuverlässig und ehrenwert bekannt. Wenn also Ein Kunde von A einem anderen Kunden ein von A beglaubigtes Dokument überreicht, auf dem notiert ist, dass A dem Inhaber 10 Zigaretten von seinem Zigaretten-Konto übergeben soll, dann würde wohl dieses Dokument anstelle von echten Zigaretten als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Interessanterweise steht hier wieder das Vertrauen im Vordergrund, hier zu der Person A.

A könnte nun auf die Idee kommen, aus seinem Bestand an Zigaretten welche an Dritte weiterzuleihen. A verleiht Zigaretten, die ihm gar nicht gehören. Wenn er diese Zigaretten aber jederzeit wieder kurzfristig eintreiben kann, dann spielt das keine Rolle. Auf diese Weise erhöht A die “Zigaretten-Geldmenge”. Diese Art der Geldschöpfung erscheint vielen Menschen als dubios und unverständlich. Und diese Art der Geldschöpfung beruht auf Schulden (in unserem Falle Zigaretten-Schulden). Und auch dieses nachfolgende System der Geldschöpfung hängt natürlich an dem Faden des Vertrauens.

9 Antworten

  1. Vielen Dank für die ausführliche und sehr interessante Darstellung für die Funktionsweise des Geldes!
    Wie bereits richtig erläutert, beruht Geld auf Vertrauen, das gilt sowohl für die Funktion des Geldes als Tauschmittel (Vertrauen untereinander) als auch als Wertaufbewahrungsmittel (eigenes Vertrauen). Der EUR, USD und viele andere Währungen werden nach wie vor als allgemein akzeptierte Tauschmittel akzeptiert. Gleichwohl lautet Ihre These, dass jedes Geld sofort seine Geldfunktionen verliert, wenn das Vertrauen abhandenkommt.
    Nehmen wir doch das Zigarettenbeispiel. Der ehrbare Kaufmann wird nicht mehr Wechsel herausgeben, als es ihm aufgrund seines Tresorinhalts möglich ist. Natürlich kann er auch Wechsel für Zigaretten herausgeben, die ihm gar nicht gehören, sofern er fähig ist, diese Kredite wieder einzutreiben. Doch was passiert, wenn der ehrbare Kaufmann aufgrund wirtschaftlicher Engpässe nun versucht, Wechsel für Zigaretten herauszugeben, die es gar nicht gibt? Nichts leichter als das, wenn er nach wie vor in der Bevölkerung als ehrbarer Kaufmann wahrgenommen wird. Doch wehe man kommt ihm auf die Schliche… seine Wechsel dürften rapide im Wert sinken. Betrachten wir nun die Amerikanische Notenbank (FED). Diese vergibt Kredit aus Geld, welches sie vorher aus dem Nichts schafft. Denn Kredit kann nur entstehen, wenn vorher Geld vorhanden ist. Man könnte sich die FED als Kaufmann vorstellen, der gerade noch das Vertrauen der Bevölkerung genießt, die Bevölkerung aber langsam an dieser Glaubwürdigkeit zweifelt. Wie die FED das Vertrauen verspielt, zeigt folgender Beitrag auf youtube sehr anschaulich http://www.youtube.com/watch?v=PTUY16CkS-k

    Kommen wir nun zu Gold, Silber und co. Natürlich hätten die Germanen damit nichts anfangen können, schließlich ging es ums Überleben. Da wären Fälle, Fleisch, Fisch und co. die richtige Tauschalternative. Wichtig auch hier für die Werthaltigkeit: Es darf nicht beliebig vermehrbar sein! Fest steht auch, dass die Germanen erst recht nichts mit USD und EUR hätten anfangen können. Geschichtlich gesehen blieben Gold und Silber auch nach der Ablösung als Geldfunktion bedeutsam. Das Beispiel von der Tunika (eine Unze Gold im römischen Reich) und Maßanzug heute (ca. eine Unze Gold) dürfte bekannt sein. Natürlich sind die Preisschwankungen sehr stark und auch Vermögensverluste waren teils sehr hart. Betrachtet man jedoch die Inflation (exkl. technol. Fortschritt) über die letzten Jahrzehnte, so hat unser Geld ebenfalls massiv an Wert verloren, selbst die DM war starker Inflation unterworfen.
    Ich persönlich hoffe, dass bald wieder Ruhe in unser Geldsystem einkehrt und wir auf einem soliden Geld aufbauen und dessen Funktionen “genießen” können. Doch bis dahin dürfte ein steiniger Weg vor uns liegen…

    • Ja, bleiben wir beim Zigarettenbeispiel, um klar zu machen, dass es sehr wohl ehrbar sein kann, mehr als man im Tresor hat verleihen zu können. Hier fängt es nämlich genau an, was so vielen so schwer zu verstehen ist. Und was so vielen als so unsolide vorkommt.

      Nehmen wir an Zigaretten sind gerade allgemeines Zahlungsmittel (wie 1945/1946 in Deutschland) .Und eine Person A hat eine Möglichkeit, Zigaretten besonders sicher zu lagern, weshalb andere Personen Zigaretten bei ihm “einlegen”. Nehmen wir an A hat insgesamt 100 Zigaretten in seinem Tresor, wovon ihm selbst 10 Zigaretten gehören. Jetzt kommt eine Person B zu ihm, um sich 20 Zigaretten auszuleihen, was A auch macht. B kauft sich davon irgendetwas. Und derjenige, der die 20 Zigaretten als Kaufpreis erhalten hat, ist, wie es der Zufall so will, selbst wieder Kunde bei A und hinterlegt diese 20 Zigaretten wieder bei A.

      Die Bilanz von A sieht nun so aus:
      * A hat 100 Zigaretten im Tresor, wovon ihm selbst 10 gehören.
      * Die bei A eingelegten Zigaretten insgesamt sind 110 Zigaretten (die 90 zunächst eingelegten plus den 20 neu eingelegten)
      * Außerdem hat A einen Schuldschein von 20 Zigaretten gegenüber B.

      Wenn alle Kunden von A auf einmal ihre Zigaretten abheben wollen, dann muss A 110 Zigaretten herausrücken. Das sind 10 mehr als er tatsächlich im Tresor hat. Das ist aber auch kein Problem, denn er hat ja den Schuldschein B gegenüber. Wenn also all seine Kunden auf einmal ihre Zigaretten zurückhaben wollen, dann kann A einfach zu B gehen und die geliehenen 20 Zigaretten zurückfordern.

      Ich sehe nicht, was an dieser Situation prinzipiell unehrbar sein soll. Außer halt dem, dass jemanden von außen die Geschäfte von A ziemlich verworren vorkommen können. Aber alleine deswegen, weil ein Dritter die Geschäfte von A nicht versteht, muss das nicht heißen, dass A unehrbare Geschäfte betreibt. In unserem Beispiel hat übrigens A die Zigaretten-Geldmenge um 20 Zigaretten erhöht – jedenfalls gemäß der gängigen Geldtheorie.

      Genauso ist es bei Banken. Was Banken machen, erscheint vielen wie Zauberei. Zumal wenn es heißt, dass Geld aus dem Nichts geschaffen wird. Natürlich muss das suspekt klingen. Ist es aber nicht. Es sind sehr wohl korrekte, ehrbare Geschäfte, die für sich genommen noch nicht zu unsolidem Geld führen.

      Noch eine kleine Bemerkung zu der Unze Gold und der Tunika. Nur deswegen, weil etwas ständig im Internet und sonstwo wiederholt wird, wird etwas nicht wahrer. Gehen wir doch 10 Jahre zurück, da stand der Goldpreis zeitweise bei 250 USD. jetzt steht er bei 1400 USD. Die Qualität des Anzugs vor 10 Jahren wäre eine sehr viel schlechtere gewesen als heute. Und noch eine kleine Tatsache: Wer 1980 Gold gekauft hat, der hat bis heute real – das heißt unter Berücksichtigung der Inflation – einen herben Verlust gemacht. Gold ist wirklich alles andere als wertstabil. Das gehört, wie so vieles, ins Reich der Märchen.

  2. Lieber Herr Dr. Peterreins,

    Sie haben sehr ausführlich geschrieben, allerdings nicht das, was ich wissen wollte.
    Nachfolgend will ich konkret mit Beispielen belegen, dass eine Reihe Ihrer Auffassungen falsch ist:
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    „Wer keine Erfahrung mit einem Zahlungsmittel hat, dem fehlt das Vertrauen dazu und so wird er es ablehnen.“

    NEIN! FALSCH!
    Kleine Kinder haben mit Geld noch keine Erfahrung, aber akzeptieren es durch die dahinterstehende elterliche Autorität.
    Touristen haben mit den Fremdwährungen ihrer Urlaubsländer keine Erfahrungen, aber akzeptieren und verwenden sie sofort durch die dahinterstehende staatliche Autorität.
    Historisch wurde neuen Währungen immer wieder dadurch zur Annahme verholfen, dass man durch ihre Verwendung seine Steuerschuld tilgen konnte.
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    „weil die Verkäuferin nicht vertraut mit dieser Art von Zahlungsmittel ist, wird sie dieses Zahlungsmittel ablehnen.“

    NEIN! FALSCH!
    Derzeit besteht mit dem staatlichen Papiergeld schlicht ein leistungsfähigerer Rivale.

    Die etymologische Verwandtschaft von „Vertrauen haben“ und „vertraut sein mit“ besteht im Deutschen, gilt aber nicht für viele andere Sprachen.
    Bereits im Englischen, das dem Deutschen noch ziemlich ähnlich ist, sind die Entsprechungen nicht verwandt:
    „vertraut sein mit“ = „to be familiar with“ und „to be acquainted with“;
    „Vertrauen haben zu“ = „to trust in“
    Dazu Ihr eigenes Beispiel:
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    „.Im Jugoslawien der 1980er-Jahre … Weil durch sehr hohe Inflation der Dinar in der Bevölkerung an Vertrauenswürdigkeit eingebüßt hat….“

    Die Bevölkerung lehnte den Dinar ab, gerade weil sie gut mit ihm vertraut war und durch ihre zahlreichen, unliebsamen Erfahrungen um seinen schnellen Wertverlust wusste.
    Aus „vertraut sein mit“ folgt nicht immer „Vertrauen haben zu“. Aus der Vertrautheit kann fallweise Misstrauen resultieren.
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    „ … die Jugoslawen waren nicht vertraut mit dem Gulden, also wurde er nicht verwendet. Wenn ein Käufer in Gulden bezahlen wollte, so wurde er vom Verkäufer aufgefordert, seine holländischen Gulden erst einmal in DM zu wechseln.“

    NEIN! FALSCH!
    Der Gulden hatte in Form der DM einen leistungsfähigeren Rivalen. Die deutsche Volkswirtschaft mit 62 Millionen Einwohnern war größer als die niederländische. Es waren international mehr DM-Scheine im Umlauf als Gulden-Noten. Indirekt war der Gulden ja akzeptiert und geschätzt. Man musste ihn nur als Hartwährung zuvor in die andere Hartwährung DM tauschen.
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    „Ein Gegenstand wird weniger durch seinen inneren Wert zu einem Zahlungsmittel, sondern dadurch, dass eine Gemeinschaft damit als Zahlungsmittel vertraut ist. Vertrautheit bedeutet hier: Es hat sich ein allgemeiner Umgang mit dem Gegensand als Zahlungsmittel in der Gemeinschaft etabliert. Man weiß, was man zu tun hat, man weiß was ein eine bestimmte Menge an Geld bedeutet, man weiß, wie man das erhaltene Geld wieder verwerten kann.“

    All das traf weiterhin auf den ungeliebten Dinar zu, der ja auch weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel blieb (zum Beispiel für Steuerzahlungen). Daneben existierte als Schwarzwährung die DM.
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    „ ist eine Form des Geldes auch denkbar, bei der zwar der Wert des Geldes nach und nach sinkt, dennoch aber die Verwendbarkeit als Zahlungsmittel bestehen bleibt. Das ist fast immer bei sogenannten Regiogeldern der Fall … Hier gibt es in der Regel einen Negativzins …“

    Wertverlust vollzieht sich bei jeder gewöhnlichen Art von Teuerung und Inflation.
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    „Ein solcher sukzessiver Wertverlust dieses Geldes ist aber paradoxerweise der Funktion des Geldes nicht abträglich, sondern sogar zuträglich. Ein solches sich entwertendes Geld zirkuliert nämlich typischerweise dadurch schneller.“

    Vollzieht sich der Wertverlust allerdings zu schnell und zu stark (bei Hochinflation), wird eine Währung jedoch gerade abgelehnt (wie eben der Dinar) und wird nach einer Ersatzwährung (wie der DM) gesucht. Wo es keinen Ersatz gibt, zirkuliert sie immer schneller. Wo es Ersatz gibt, wird ihre Annahme verweigert.
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    „… möglichst viele Geschäftsleute dieses Geld als Zahlungsmittel annehmen, so dass die Leute darauf vertrauen können, damit einkaufen zu gehen.“

    NEIN! FALSCH!
    Vertrauen und Verwendbarkeit können auch bestehen, falls lediglich ein einziger Partner zur Einlösung existiert. Das ist bei Geschenkgutscheinen so (z. B: Amazon Deutschland). Das von Ihnen beschriebene Vertrauen hat nicht notwendig mit der Anzahl der Einlösepartner zu tun. Viele kleine Einlösepartner können weniger Akzeptanz finden als ein einziger großer.
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    „Der Werterhalt des Geldes ist für seine Funktion als Zahlungsmittel von untergeordneter Rolle. Viel wichtiger ist, dass die Bevölkerung mit einer bestimmten Art von Geld als Zahlungsmittel vertraut ist.“

    NEIN! FALSCH!
    Entscheidend für die Verwendung ist, dass eine wie auch immer geartete Autorität (heute der jeweilige Staat) die Verwendung als einziges gesetzliches Zahlungsmittel vorschreibt und praktisch durchsetzt.
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    „Die anfängliche Geldschöpfung im eigentlichen Sinne findet meiner Meinung nach statt, indem eine Bevölkerung Vertrauen zu einer bestimmten Art von Geld als Zahlungsmittel gefunden hat.“

    Ihre Aussage ist ZIRKULÄR.
    „Geldschöpfung… indem …Vertrauen zu … Geld als Zahlungsmittel gefunden hat.“
    Um die anfängliche, allererste Geldschöpfung zu erklären, setzen Sie bereits Geld voraus.
    Ihre Erklärung setzt das zu Erklärende bereits als bestehend voraus.
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    „. Schulden – in einer Geldwährung ausgedrückt – können logischerweise nur dann gemacht werden, wenn Geld überhaupt schon etabliert ist.

    NEIN! FALSCH!
    Das mag fallweise so sein, aber es ist nicht logischerweise so. Es ist weder aus begrifflichen Gründen („logisch“ = „begrifflich“) so, noch im Sinne von „logisch“ als „folglich“.
    Das allererste Anfangsgeld, welches ausgegeben wird, könnte ja prinzipiell als Schuldschein (= als Rückgabeverpflichtung, Rückforderung, egal ob mit oder ohne Zins) erzeugt werden. Bernd Senf behauptet, dass es sich bei unserem Geldsystem exakt so verhalte.
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    „Geldtheorien oder volkswirtschaftlichen Ideen zur Geldpolitik setzen immer schon voraus, dass Geld im ursprünglichen Sinne schon existiert.“

    JA! Sie bleiben die Antwort schuldig – warum auch immer. Sei es, dass sie sie übergehen oder aber verschweigen.
    Mittlerweile wird mir als Laie verständlich, warum inneruniversitäre Außenseiter (Prof. Franz Hörmann, Prof Brodbeck, Prof. Bernd Senf, in den 1930ern Irving Fisher, Murray Rothbard, sogenannte Österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre) wie außeruniversitäre Außenseiter (früher Henry Ford, Robert Prechter, Marc Faber, Debitismus-Anhänger) die gängigen Lehrbuchdarstellungen so scharf verwerfen. Meines Erachtens erkennen sie allesamt völlig richtig die extreme Brüchigkeit des bestehenden Geldsystems.
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    „Geld überhaupt muss aber dann schon etabliert sein, bzw. die Bevölkerung muss bereits zu irgendeiner Form von Geld Vertrauen gefunden haben.“

    Auch Sie geben keine Erklärung. Sie setzen das Erklärungsbedürftige als gegeben voraus.
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    „Wäre diese nicht der Fall, könnte eine Zentralbank machen was sie will, ihr Tun wäre komplett sinnlos“

    Eben dieses Schreckensszenario einer einflusslosen Zentralbank malen sowohl Robert Prechter in Form von Hyperdeflation als auch gegenteilig Marc Faber in Form von Hyperinflation aus.
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    „Was sollte eine Zentralbank beispielsweise in der Steinzeit sein?“

    Faustkeilbasierte Währung! Solide und robust gedeckt! (Kleiner Joke zur Entspannung) 
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    „Banken haben die erstaunliche Fähigkeit, etabliertes Geld zu vermehren. Und das erscheint vielen wie durch Zauber.“

    Die Fähigkeit hängt einfach systemimmanent von der jeweils verlangten Mindestreserve ab. Irving Fisher wollte wohl eine 100%ige Hinterlegung. Dann müsste alle Kreditgeldschöpfung über die jeweilige Zentralbank laufen.
    Manche Kritiker halten den Zauber letztlich für faulen Zauber.
    Das von Geschäftsbanken erzeugte Geld ist seiner Art nach Kreditgeld. Es ist eine Rückzahlungsforderung einer Gläubigerin.
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    Vorläufig scheint mir in Ihrer Analogie mit dem Zigaretten-Verwahrer (entspricht hier einer Geschäftsbank) und dem Zigaretten-Geld etwas nicht so richtig zu stimmen. Ich werde versuchen, bis morgen etwas zu schreiben.
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    So sehr mich das Thema zu durchschauen reizt, habe ich heute leider wirklich keine Zeit mehr zu schreiben. Wie gewöhnlich sind meine Aussagen nicht so ruppig gemeint, wie sie in ihrer Kürze klingen mögen.
    Allerdings scheint mir an Ihren Darstellugen wirklich manches falsch.

    Viele Grüße
    TÜLAI

    • Ich muß mich da Tülai anschließen. In ihrem Artikel sind eine Menge Fehlinformationen zum Begriff Geld.

      Geld ist zB keineswegs ein akzeptiertes Tauschmittel, vielmehr ist es ein aufgezwungenes wertloses Papierinstrument, dem ein nicht erklärbarer Wert zugewiesen wird.
      Die ist nur einer der Punkte die hier absolut falsch dargestellt sind.

      • Nehmen wir an Sie wollen ein Haus verkaufen. Es zwingt Sie doch niemand den Kaufpreis in Euro zu verlangen. Sie könnten doch auch darauf bestehen, dass besipielsweise in USD oder in Gold abgerechnet wird. Oder Sie könnten auch, wenn Sie wollen, den Kaufpreis in Naturalien einfordern. Würde dann die Polizei kommen, wenn Sie Ihr Haus beispielsweise für 1 Tonne Mehl verkaufen wollten? Nein, natürlich nicht. Wer genau zwingt Sie, den Euro zu verwenden?

        Und beispielsweise im damaligen Jugoslawien wurden Immobilienkäufe fast immer entweder über DM oder über CHF abgewickelt, und sehr selten über den jugoslawischen Dinar.

        Und wenn man etwas nicht versteht, heißt es ja nicht notwendigerweise, dass es unerklärbar ist. Ingenieure konstruieren beispielsweise Brücken oder Flugzeuge unter Verwendung von Differenzialgleichungen. Nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung versteht, was Differenzialgleichungen überhaupt sind. Sind deswegen alle Brücken und alle Flugzeuge unsolide kontruiert, nur weil der einfache Mann von der Straße sie nicht verstehen kann?

        Und genauso ist es mit dem Geld. Geld zu verstehen, ist sehr komplex (ähnlich wie Differzialgleichungen), wichtig aber ist, dass es in der Praxis funktioniert. Und das tut es. Und nur deswegen weil Geldtheorie so komplex ist, dass sie der einfache Mann von der Straße nicht versteht, heißt das noch lange nicht, dass unser Geld unerklärbar und wertlos ist. Ich finde es schade, dass solche Behauptungen immer und immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt werden.

        Wie gesagt: nur deswegen weil man etwas nicht versteht, muss es nicht gleich prinzipiell unerkllärbar oder wertlos sein. Ich verstehe letztlich auch nicht, wie mein Auto funktioniert. Aber ich vertraue darauf, dass die Fachleute, die mein Auto konstruiert haben oder es reparieren, ihr Handwerk verstehen. Natürlich könnte ich auch selbst versuchen ein Auto zu bauen oder es zu repaireren versuchen. Dann werde ich es wohl verstehen, wahrscheinlich wird aber etwas viel Schlechteres herauskommen als wenn ich es den Fachleuten überlassen hätte. Und das ist eben der Punkt: Die Menschen bei der EZB oder der FED sind keine Betrüger, sondern echte hochqualifizierte Fachleute. Und ich vertraue da lieber solchen Fachleuten als hergelaufenen Hobby-Geldtheoretikern.

      • Stellt sich nur die Frage nach dem steuerlichen Aspekt, wenn ich mein Haus mit Mehl bzw. Gold bezahle. Bei dem US$ könnte das Finanzamt sogar eine Spekulation sehen und bei eventuellen Kursgewinnen auch dafür eine Steuer in Rechnung stellen.
        Klar ist dass ich gegen meinen Willen gezwungen werde, wertloses Papier als Tauschmittel zu verwenden.
        Versuchen sie doch bitte mit Mehl im Supermarkt an der Kassa zu bezahlen, oder auch in Dollar oder Gold oder irgend etwas was nicht EUR ist.

      • Ja, bei einem Hausverkauf ist auch der steuerliche Aspekt eventuell zu klären. Dennoch gibt es kein Gesetz, das Ihnen verbietet, Ihr Eigentum sagen wir gegen Gold zu verkaufen. Wenn Sie einen Käufer finden, der dazu bereit ist, uns Sie sich handelseinig werden, dann spricht nichts gegen dieses Geschäft.

        Dass die Kassiererin im Supermarkt keine Dollar oder kein Gold annimmt, hat ja rein praktische Gründe. Wenn der Einzelhändler für seinen Laden beschließt, auch Gold oder US-Dollar als Zahlungsmittel zu akzeptieren, dann ist das alleine seine Sache. Kein Gesetz in Deutschland kann ihm das verbieten. Die Umsetzung ist halt etwas aufwendiger, aber wenn der Einzelhändler diesen Zusatzaufwand nicht scheut, kann er ohne weiteres Gold oder US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptieren. Meines Wissens kann man ja beispielsweise auch in jeder McDonalds-Filiale seine Hamurger auch mit US-Dollar bezahlen.

        Außerdem gibt es in verschiedenen Gegenden sogenannte Regionalwährungen, im Chiemgau beispielsweise den “Chiemgauer”. Dort kann man mit dem “Chiemgauer” statt des Euros in Geschäfte gehen und waren einkaufen. Wie gesagt: Kein Gesetz in Deutschland verbietet das. Und es wird faktisch praktiziert.

        Es ist wirklich interessant, sich mit dem Chiemgauer oder anderen Retionalwährungen zu beschäftigen. Diese Währungen funktionieren nämlich hervorragend, und zwar exakt deswegen, weil sie sich sehr schnell entwerten. Zum Teil verlieren diese Regionalwährungen 10% pro Jahr. Das ist, wenn man so will, die Inflation dieser Regionalwährungen. Und paradoxerweise genau deswegen funktionieren sie hervorragend als Zahlungsmittel. Weil die Leute dieses Regionalgeld schnellstmöglich wieder ausgeben wollen (es ist ja bald weniger wert), dadurch wird die regionale Wirtschaft angekurbelt.

        Es ist ja der große Irrtum vieler Hobby-Geldtheoretikger, dass sie meinen, eine harte Währung sei besonders gut für die Wirtschaft. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

  3. Die versprochene Fortsetzung:

    Ich denke, Sie und ich sind uns einig, dass wir keine konkrete historische Fallstudie über Geldentstehung in Europa liefern wollen. Das tun Historiker durch Auswertung überlieferter Dokumente.
    Wir wollen also nicht rekonstruieren, wie im zerbombten Berlin 1945 ein bestimmter Herr Ehrenfried Tugendhat als Zigaretten-Verwahrer Zigarettenbestände von Frau Paula Paffke und Herrn Gerd Glimmmann entgegennahm, und wie er damit umging.

    Stattdessen wollen wir uns anhand eines absichtlich vereinfachten Modells Struktureigenschaften unseres Geldsystems klarmachen. Das Modell der Zigaretten-Bank ist seiner Art nach ein Analogiemodell.

    Das System des Geldverleihens ist völlig verschieden vom System des Bücherverleihens einer Bibliothek. Eine Bibliothek als Eigentümerin von Büchern kann grundsätzlich gar nicht mehr Bücher verleihen als sie in ihren Beständen hat, denn sie händigt das materielle, physische Leihgut selbst (hier: Bücher) an ihre Bibliotheksnutzerinnen aus, nicht irgendein symbolisches Stellvertreter-Gut. Bibliotheksnutzerinnen entleihen Bücher, um darin zu lesen. Ein Stellvertreter-Gut könnte diese Funktion nicht erfüllen.
    Außerdem ist die Bibliothek immer nur in der Rolle einer Gläubigerin, die Bücher ausgibt. Bibliotheksnuterzinnen sind grundsätzlich nur in der Rolle von Schuldnern, die der Bibliothek die Rückgabe ihrer Bücher schulden. Der Leihschein ist wie ein Schuldschein, mit dem die Bibliothek die Rückgabe einfordert.

    Die Geschäftstätigkeit von Banken besteht dagegen gerade darin, immer beide Rollen (Gläubigerin gegenüber Kreditnehmerinnen als auch Schulderin gegenüber ihren Sparerinnen) einzunehmen.

    Meines Erachtens fängt im genannten Zigaretten-Modell die buchungstechnische Geldvermehrung bereits in dem Moment an, in dem Zigaretteneigentümer 90 Zigaretten bei der Bank einliefern, darüber auf ihren Zigaretten-Sparbücher die Bescheinigung über ein Guthaben in Höhe von +90 Zigaretten gebucht erhalten, und sich die Bank die eingegangenen 90 Zigaretten, über die sie nun physisch verfügt, gleichzeitig gutschreibt , obwohl es ja nichts anderes als Schulden gegenüber ihren Zigaretten-Sparern sind.
    Die tatsächliche Zigarettenmenge(insgesamt 100) kann buchungstechnisch durch Buchungen ja nicht vermehrt werden. Erst wenn zusätzliche Zigaretten produziert werden, wird die Volkswirtschaft um eben diese zusätzlichen Zigaretten wohlhabender.

    Solange die Bank die 90 eingelieferten Zigaretten nicht herausgibt, zirkulieren in der Volkswirtschaft eben 90 wirkliche Zigaretten weniger als vor der Einlieferung bei ihr.

    Die Zigaretten-Ablieferer sind allerdings zu Gläubigern ihrer Bank geworden. Dieser Sachverhalt steckt unausgesprochen in Ihrer Aussage
    „A hat 100 Zigaretten im Tresor, wovon ihm selbst 10 gehören.“
    mit drin.

    Ob die vorgeführten Rechnungen als korrekt und unanstößig gelten, scheint letztlich einzig davon abzuhängen, ob man sich auf bestimmte anfängliche, rein konventionelle Festlegungen einlässt oder nicht. Diese Entscheidung hat nichts mit richtigem beziehungsweise fehlerhaftem Ausrechnen mittels der vier Grundrechenarten zu tun.
    Das Fortbestehen beziehungsweise der sofortige Zusammenbruch unseres Geldsystems hängt ganz und gar an der Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz bestimmter buchungstechnischer Bewertungskonventionen. Es ist nicht die Grundschul-Mathematik, die uns den Fortbestand gewährt und / oder sogar garantiert.

    Ich könnte nämlich reich mathematisch genauso korrekt folgendermaßen rechnen:

    Zum Startzeitpunkt t0 haben die privaten Zigaretteneigentümer bei sich zu Hause 90 Zigaretten. Der Zigaretten-Verwahrer (= Bank) hat privat 10 Stück.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten, die in der Volkswirtschaft zirkulieren können.

    Zum nächst späteren Zeitpunkt t1 liefern die Zigaretteneigentümer ihre 90 Zigaretten bei ihrer Bank ab und werden damit zu Zigaretten-Sparern. Sie haben jetzt real null Zigaretten, aber eine Gutschrift über +90 Zigaretten in ihren Zigaretten-Sparbüchern.
    Unserer etablierten gesellschaftlichen Praxis nach, würden sie wohl behaupten, dass sie weiterhin 90 Zigaretten haben.
    Die Bank hat nun physisch 100 Zigaretten. Allerdings sind 90 davon Schulden gegenüber ihren Sparern. Unserer etablierten gesellschaftlichen Praxis nach, würde die Bank wohl behaupten, dass sie 100 Zigaretten hat, weil sie ja physisch darüber verfügt.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten
    PROBLEMATISCHERWEISE könnte man jetzt bereits die Betrachtungsweise wählen, dass wir insgesamt 190 Zigaretten im System drin haben (100 physische und 90 als Spargutschrift). Obwohl noch gar kein Bankkredit vergeben wurde, haben wir buchungstechnisch eine Zigaretten-Vermehrung, weil die Sparer zu privaten Geldgebern für ihre Bank wurden!

    Zum nächst späteren Zeitpunkt t2 nimmt Person B einen Zigaretten-Kredit von 20 Stück hat. B verfügt physisch über 20. Die Bank verfügt noch physisch über 80 und über eine Rückforderung in Höhe von 20.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten
    PROBLEMATISCHERWEISE würde Person B wohl dazu neigen, zu sagen, dass sie 20 Zigaretten hat, weil sie ja tatsächlich darüber verfügt, obwohl sie sie einmal zurückzahlen soll. Die Bank würde wohl behaupten, dass sie 100 hat. Die Sparer würden wohl dazu neigen, zu sagen, dass sie 90 haben.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten

    Zum nächst späteren Zeitpunkt t3 gibt Person B bei ihrem Einkauf ihre 20 Zigaretten gegenüber Händler C aus.
    Durch den bloßen Wechsel von 20 Zigaretten in der Realwirtschaft ändert sich buchungstechnisch in den Bilanzen nichts gegenüber Zeitpunkt t2.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten

    Zum letzten Zeitpunkt t4 liefert Händler C seine 20 Zigaretten bei der Bank als Spareinlage ab. C verfügt über null Zigaretten und die Gutschrift von +20 in seinem Sparbuch. Die Bank verfügt physisch über 100.
    Insgesamt 100 existierende Zigaretten

    Wie viele Zigaretten gibt es nun im System? Das ist eine Frage der Betrachtungsweise.
    Ein Problem scheint darin zu liegen, dass nicht begrifflich zwischen Ersparnissen, Kredit, Eigenkapital und so fort unterschieden wird. Alle werden landläufig „Geld“ genannt.

    Viele Grüße
    TÜLAI

  4. Zweite Fortsetzung und hoffentlich Abschluss meiner Bemerkungen:

    Das Modell der Zigaretten-Bank macht aus Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit ein paar Vereinfachungen gegenüber den wirklichen Abläufen, die ich hier alle bereitwillig mittrage. Der Vollständigkeit halber will ich sie jedoch kurz erwähnen:

    1.) „… derjenige, der die 20 Zigaretten als Kaufpreis erhalten hat, ist, wie es der Zufall so will, selbst wieder Kunde bei A …“
    Im Modell gibt es nur eine einzige Geschäftsbank, der alle Anlagegelder zufließen. Es gibt keine Zentralbank, die erstmals Geldnoten emittiert. Das Zigaretten-Geld entsteht sozusagen auf urwüchsige Weise. Historisch sind Zentralbanken (Notenbanken) ja auch viel jünger als Geschäftsbanken. Das stärkste Wachstum hatten die USA im 19. Jahrhundert. Die FED wurde erst nach Gesetzesbeschluss von Dezember 1912 gegründet.
    Die Vereinfachung im Modell scheint mir hier unproblematisch.

    2.) „Das sind 10 mehr als er tatsächlich … hat. Das ist aber auch kein Problem, denn er hat ja den Schuldschein B gegenüber. …. , dann kann A einfach zu B gehen und die geliehenen 20 Zigaretten zurückfordern.“
    Dahinter stehen mehrere Annahmen, die in der Wirklichkeit nicht unbedingt erfüllt sind:
    a.) Im Modell bestehen keinerlei Fristen für die Rückforderungsansprüche.
    b.) Allgemein macht das Modell dadurch die Annahme, dass Zeitverläufe keine Rolle spielen. In Ihrem Modell sind sozusagen immer alle Transaktions-Vorgänge sofort zum Jetzt-Zeitpunkt möglich. Das ist eine gravierende Abweichung von der Wirklichkeit und wird den heute dominanten Standardtheorien wohl oft zum Vorwurf gemacht.
    c.) Es wird vorausgesetzt, dass Rückforderungsansprüche durchgesetzt werden können. Dazu bedarf es eines funktionierenden Rechtssystems mit Sanktionsmitteln (Strafen):
    Was passiert, falls die Entleiherin die entliehenen Zigaretten nicht zurückgeben kann oder will?

    3.) Die Kreditvergabe erfolgt im Modell ohne Erhebung von Kreditzinsen.

    Für die mich interessierende Frage sind alle Vereinfachungen unerheblich und zulässig.
    - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – -

    „TÜLAIs Frage: Wie sieht die anfängliche Geldschöpfung aus?“

    Das Zigaretten-Modell rekonstruiert den Fall einer Währungsentstehung, bei der das entstehende Geld (Zigaretten) noch eine Mischform zwischen Sachwert (Rauchwaren) mit konkretem Verwendungsnutzen und einem Symbolgeld mit bloßem Nennwert ist.
    In der Tat sind ja in den Bundesländern im Juni 1948 nach der Währungsreform Zigaretten nicht als wertlos verfallen. Sie haben nach Einführung der D-Mark lediglich ihre Funktion als Geld abgegeben, behielten aber zumindest für Raucherinnen ihren Nutzwert als Zigaretten. Durch Neuaufbau der Fabriken und zunehmenden Wohlstand dürften in den Jahren danach sogar mehr Zigaretten hergestellt worden sein als bis Juni 1948.

    Bei all denjenigen Währungen, deren Geld bloßes Symbolgeld ist, ist der Nennwert der einzige Geldwert. Das gilt ganz unabhängig vom für das Geld verwendeten Material. Das gilt nicht nur für Papiergeld und elektronisch erzeugte Buchungen innerhalb eines EDV-Systems sondern auch für Edelmetallwährungen:
    Der industrielle Verwendungsnutzen von Gold ist sehr begrenzt (ein wenig in der Elektroindustrie und als Zahnfüllungen). Silber hat derzeit einen größeren industriellen Nutzwert. Doch das könnte sich mit wandelnden Fertigungstechniken ändern.

    Entscheidendes Kennzeichen allen Symbolgeldes ist, dass es eine bloße Einlöseforderung darstellt. Praktisch gestützt wird diese Funktion durch gesetzliche Einlösepflicht als einziges gesetzliches Zahlungsmittel. Wer einen 10-Euro-Schein entgegenstreckt, hat in allen Euro-Mitgliedsstaaten einen Einlöseanspruch auf Waren bzw. Dienstleistung durch die Volkswirtschaften eben diese Mitgliedsstaaten.
    Insofern ist Symbolgeld nicht anderes als ein universeller, unspezifischer Gutschein zum Bezug von Waren und Dienstleistungen; prinzipiell nicht anders als ein Geschenkgutschein von Amazon-Deutschland.
    Symbolgeld hat für sich keinen Eigenwert. Daraus folgt aber noch nicht, dass es lediglich den Tausch und Warenfluss leichtert. Letzteres haben Sie auch nie behauptet.
    - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – - – -

    Nächste Grundfrage: Ist all unser Geld in unserem bestehenden Geldsystem schuldenbasiert?

    Sie hatten am 29.09.2010 in einer Antwort an einen Leser geschrieben:

    1.) „Ein Mensch kann doch Bargeld besitzen, ohne gleichzeitig bei einer Bank verschuldet zu sein. Also bei mir persönlich ist das z.B. der Fall.“

    2.) „Die Geldscheine, die ich gerade im Portemonnaie habe, verzinsen sich nicht. Ich habe sie auch nirgendwo als Kredit aufgenommen“

    und am 30.09.2010:
    3.) „Nicht jeder Unternehmer muss einen Kredit haben. Ich selbst bin Unternehmer, und meine Firma an überhaupt keinen Kredit. Exakt Null. Ich habe nur Eigenkapital.“

    ( http://geldanlage-finanz-blog.com/2010/03/26/antwort-auf-leserfrage-fuhrt-das-geldmengen-wachstum-notwendig-in-die-krise/ )

    Ich stimme allen drei Aussagen zu. Daraus folgt jedoch nicht, dass irgendwelches Geld in unserem Geldsystem schuldenfrei ist. Denn es gibt neben expliziten Bankkrediten noch andere Schuld-Verhältnisse, zumindest sofern man Schulden als eine mit Rechtsanspruch gestützte Rückgabeverpflichtung (= Einlöseforderung) versteht.
    .
    Sie selber sind als Person zwar schuldenfrei. Der Geldschein in Ihrem Portemonnaie ist jedoch Ihr Rückzahlungsanspruch (= Einlöseforderung) gegenüber den Volkswirtschaften der Euro-Staaten.

    Ist der Geldschein des Symbolgeldes (Papiergeldes) in Ihrem Portemonnaie nun schuldenbelastet oder nicht?
    Das ist eine empirische Frage, die ich als Laie aufgrund fehlenden Faktenwissens nicht entscheiden kann. Sagen Sie mir, wie die richtige Antwort lautet. Ich weiß es wirklich nicht.

    Prinzipiell sind ja zwei Fälle möglich:
    1.) Falls alles Symbolgeld in unserem tatsächlichen Geldsystem dadurch erzeugt wurde, dass innerhalb der doppelten Buchführung zu jeder Buchung eines Betrages mit positivem Vorzeichen in der einen Spalte ein Betrag gleicher Höhe mit negativem Vorzeichen in der anderen Spalte gegengebucht wird, dann ist der Geldschein in Ihrem Portemonnaie sehr wohl schuldenbelastet.
    Die Schuldner bleiben lediglich ein bisschen anonymer, weil es letztlich die Volkswirtschaften der Euro-Staaten sind, nicht aber individuelle Personen.

    Nachdem jeder / jedem zurückgegeben würde, was ihr / ihm an Sachgütern zusteht / gehört, müsste nach diesen Abtäuschen alles Symbolgeld aus Welt verschwunden sein. Es bestehen ja keinerlei Rückgabeansprüche (= Einlöseforderung) mehr.
    So wie nach Rückgabe aller entliehener Bücher an eine Bibliothek alle Leischeine als erfüllte Rückgabeforderungen zerrissen werden können, weil die Bibliothek ihr Eigentum zurück erhielt, und damit alle Transaktionen rückabgewickelt wurden. Die Bibliotheksnutzerinnen als Schuldnerinnen der Bibliothek haben sozusagen durch Rückgabe der Bücher ihre Schulden beglichen.
    Der Eigenwert allen weltweit kursierenden Symbolgeldes ist demnach zu jedem Zeitpunkt immer genau null. Symbolgeld hat prinzipiell keinen Eigenwert, der über die mit ihm verbundene Rückgabeforderung (= Einlöseforderung) gegenüber allen Volkswirtschaften der Welt hinausgeht.

    2.) Zweiter möglicher Fall:
    Falls irgendeine Teilmenge unseres Symbolgelds in unserem tatsächlichen Geldsystem durch Buchung eines positives Betrages erzeugt wurde ohne Gegenbuchung eines Betrages gleicher Höhe mit negativem Vorzeichen, dann ist dieser Teil der Geldmenge schuldenfrei. Anteilig wäre auch der Geldschein in Ihrem Portemonnaie schuldenfrei.
    Allerdings wäre diese Praktik unterschwellig inflationär. Man würde zu viel Symbolgeld mit nominellem Nennwert erzeugen, dem eine zu geringe Menge an Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht. Es gäbe Einlöseansprüche, die ins Leere gingen. Das macht keinen Sinn.

    Meinem Verständnis nach, müsste alles Symbolgeld (Papiergeld und Münzen und alle weiteren Geldmangen ab M2) schuldenbelastet sein, falls es gemäß den Regeln der doppelten Buchführung korrekt zuginge.
    Der Geldschein in Ihrem Portemonnaie spiegelt dann sozusagen vergangene, durch Erzeugung von Waren und Dienstleistungen erbrachte Arbeitsleistungen der Volkswirtschaften der Welt wieder. Sie bleiben mit Ihrem Papiergeld Gläubiger der Volkswirtschaften, solange Sie nicht die harte Probe machen und Ihre Forderungen einlösen.

    Der Fall des Zigaretten-Geldes bringt gerade diesen Umstand nicht heraus, weil Zigaretten außer ihrem Symbolwert eben noch ihren konkreten Nutzwert haben.
    – - – - – - – - – - – - – - – - – - – -

    Die beschriebenen Fälle haben interessanterweise weder mit der Vergabe von expliziten Bankkrediten noch mit Zinsen zu tun. Die Fragestellung liegt tatsächlich auf grundlegenderer Ebene.
    Das Problem von Schulden versus Guthaben (= Ersparnissen) beginnt nicht erst mit expliziten Bankkrediten.
    Bankkredite sind ein komplizierterer Fall von Verschuldung mit Blick auf die Zukunft hin. Im Fall von Bankkrediten muss die Gegenleistung (Güter und Dienstleistungen) erst in der Zukunft durch Einzelpersonen bzw. Volkswirtschaften erzeugt und abgearbeitet werden. Die mit einem Bankkredit verbundene Forderung bezieht sich auf einen noch gar nicht existenten Wert.

    Viele Grüße
    TÜLAI

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